Tiere ohne Lobby… und hässlich noch dazu Teil 1

Heute, der Nacktmull

In dieser neuen Kategorie soll es um hässliche Tiere gehen. Nicht eklige Tiere (also alles was man im Dschungelcamp sehen kann), nicht gruselige Tiere (wie zum Beispiel Kühe) und ganz sicher nicht um Knut… oder Flocke. Denn die haben eine Lobby. Eine Lobby, die Millionen zählt. Nein hier geht es um Tiere, die der PETA zu hässlich sind und darum aufzuzeigen warum sie doch ganz interessant sein können.

Zunächst also, der Nacktmull (Heterocephalus glaber):

www synapsenktzler.de

 

1842 beschrieb Eduard Rüppell diesen offensichtlich liebesbedürftigen Genossen und taufte ihn Heterocephalus, was soviel bedeutet, wie der Andersköpfige. Mal ehrlich Herr Rüppell, Sie finden ein Tier, das so aussieht, und alles was Ihnen auffällt ist ein anderer Kopf? Wie auch immer, zunächst lachte man Herrn Rüppell aus (und vermutlich auch den Nacktmull, aber der dürfte das gewohnt sein) und behauptete er hätte nur die nackten Jungtiere einer größeren Nagerart beschrieben. Aber in den Folgejahren, wurden zahlreiche weitere Nacktmullarten beschrieben und die Existenz des hässlichen Burschen musste akzeptiert werden. Der Evolutionsphilosoph Alfred Russel Wallace bezeichnete den armen Mull gar als „eine außergewöhnlich hässliche Spezies“.

Dabei ist der Nacktmull ein wahnsinnig cooles Tier!

Warum? Okay, hier nur ein paar interessante Fakten:

Nacktmulle sind koprophag, das heißt, sie fressen ihre eigene Schei… Nein, das ist kein guter Einstieg, vergessen wir das!

Obwohl Nacktmulle zu den gleichwarmen Tieren gezählt werden, besitzen sie nicht die Fähigkeit ihre eigene Körpertemperatur zu regulieren. Diese schwankt, je nach Außentemperatur zwischen 12° und 32°C.

Der Nacktmull nimmt keine Flüssigkeit zu sich, benötigtes Wasser erhält er aus seiner Nahrung.

Der Nacktmull ist schmerzunempfindlich. Ihm fehlt ein Gen um in seiner Haut „Substanz P“ auszubilden ein kleines Molekül, das auf noch nicht endgültig geklärte Weise an der Schmerzwahrnehmung beteiligt ist. Nacktmulle haben sich als schmerzunempfindlich gegen Schnitte, Verätzungen und Verbrennungen erwiesen. Wird das Tier jedoch dahingehend mutiert, das es Substanz P ausbildet empfindet es durchaus Schmerz (darüber nachzudenken, wie man zu solchen Forschungsergebnissen kommt kann einem aber leider den Tag versauen). Diese Ergebnisse haben dazu beigetragen, dass man in der Schmerztherapie in Richtung Substanz P forscht.

Zum Sozialverhalten der Nacktmulle zitiere ich hier ausschnittsweise den entsprechenden Wikipedia-Eintrag:

 

„Nacktmulle leben in Kolonien von 20 bis 300 einzelnen Tieren. Die Organisation dieser Kolonien weist einige Besonderheiten auf, die sonst nur bei Insekten beobachtet und in ihrer Gesamtheit als Eusozialität bezeichnet werden. Charakteristisch ist eine strenge, hochspezialisierte Arbeitsteilung, die wie bei den Bienen an das Lebensalter des einzelnen Individuums gebunden ist.

Junge Nacktmulle kümmern sich um ihre jüngeren Geschwister. Werden sie älter, betätigen sie sich als Gräber („Arbeiter“) und sind für den Ausbau des Gangsystems zuständig. Sie arbeiten gemeinsam wie am Fließband. Größere und ältere Tiere („Soldaten“) halten sich an den Ausgängen des Baues auf, die sie bewachen, zum Beispiel vor ihrem Hauptfeind, der rötlichen Schnabelnasen-Natter. Außerdem werfen sie das antransportierte Material aus den Gängen aus („Volcanos“).

Jede Kolonie wird von einer einzigen Königin dominiert, die als einziges Weibchen fruchtbar ist und ca. 60 Junge im Jahr wirft (die Würfe erfolgen alle 70 bis 80 Tage, in einem Wurf können bis zu 27 Junge sein). Die Königin ist größer als die anderen Tiere, besitzt sichtbare Brustwarzen und hat eine gewölbte Wirbelsäule, um die vielen ungeborenen Jungtiere in ihrem Leib unterzubringen. Sie paart sich mit ein bis drei Männchen aus der Kolonie, die nach dem Eintritt in die Paarungsphase erstaunlich schnell altern. Anders als bei den Graumullen, die ebenfalls hoch sozialisiertes Verhalten zeigen, sind Nacktmullköniginnen ausgesprochen aggressiv und attackieren häufig ihre infertilen Töchter und Söhne.

Die Gründe für die Unfruchtbarkeit der Nachkommenschaft sind bislang nicht ausreichend erforscht. Einige ältere Vermutungen gehen von einer hormonellen Unterdrückung durch die Königin aus, doch diese Annahmen konnten durch einfache Versuche widerlegt werden. Eine andere Erklärung besagt, dass durch den Dauerstress, den die Töchter ertragen müssen, deren Eierstöcke nicht zur Reife gelangen und sie deshalb steril bleiben. Dies erklärt jedoch nicht, warum es in Nacktmullkolonien nicht zu Paarungen unter den unfruchtbaren Arbeitern und Arbeiterinnen kommt.

Stirbt eine Nacktmullkönigin, so fehlt ihre Stressunterdrückung, wodurch mehrere Arbeiterinnen fruchtbar werden und sich daraufhin gegenseitig bekämpfen. In aller Regel siegt das Weibchen, das am schnellsten Jungtiere gebären kann.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Nacktmull

 

Wow, oder? Das ist doch ehrlich beeindruckend! Nacktmulle sind toll! Ich schlage vor den 16. Februar zum Internationalen Nacktmulltag zu machen! Ich will einen Nacktmull-Song, gesungen von einem nervigen kleinen Mädel und nacktmull-Merchandise! Vorwärts Nacktmull-Freunde, auf zum letzten Gefecht…

Ahem, Entschuldigung, also bis zum nächsten Mal bei „Tiere ohne Lobby… und hässlich noch dazu“.

Bis dahin lest doch diese Links:

 

http://heterocephalusglaber.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Nacktmull

http://www.welt.de/wissenschaft/article1618747/Dieses_Tier_kennt_keinen_Schmerz.html

Bildquelle: http://www.synapsenkitzler.de/nacktmull.htm

 

 

Februar 9, 2008. Schlagwörter: , , , , , , . Tiere ohne Lobby.

13 Kommentare

  1. creativesideburner1 replied:

    Ich verstehe, was Du mit „langer Text“ gemeint hast. Dafür umso interessanter… wenn ich ihn nachher lese😉

    Das Bild ist auch klasse! Ist das ein M oder W?
    Und wieso heißt die Quelle Synapsenkitzler. So hätte mal unser Blog heißen sollen. Ich frag die mal, ob die die Domain für ähhh 10€ verscherbeln. Dann wär ich Kitzler eins und Du Kitzler 2. Ach lassen wir das.

  2. creativesideburner1 replied:

    Jetzt hab ich’s doch gleich komplett gelesen…
    Der Einstieg mit koprophag war einfach zu lustig. Vorallem weil ich ja noch so im Dschungelcampfieber bin vom aktuellsten Post. Wuaarg – und weg.

  3. creativesideburner1 replied:

    Soo, jetzt bin ich untern angelangt. Puh – ich glaube ich sollte mal nen Lesekurs besuchen.

    Tiieeeeer e … o ne .. lb bü. Lob bi.
    Tiere ohne Lobbi. Ist das anstrengend. Gibt’s diesen Blog eigentlich auch als Hörblog? Ach ja, wir wollten ja Podcasts machen. Wann sind die denn fertig?

  4. creativesideburner1 replied:

    Das schreibt eine Tina bei Welt.de:

    „Hab einen jungen Mann gekannt, der nicht nur gehoerlos, sondern auch von Geburt an voellig schmerzunempfindlich war. Beneidenswert? Ich hab ihn immer nur bandagiert, eingegipst, an Kruecken usw. gesehen. Brandverletzungen zB konnte er erst wahrnehmen, wenn der Geruch von seinem verbrannten Fleisch ihn alarmierte. Dieser intelligente und liebenswuerdige junge Mensch konnte nicht ueberleben, ohne staendig von jemandem beaufsichtigt zu werden.
    Da lobte ich mir meine Schmerzreflexe.“

    Und genau das hab ich nämlich auch gehört. Falls man also Nacktmulle braten sollte, dann merken die das erst, wenn es so lecker riecht. Da der Mull aber nun in unserer Ahnengalerie der Tiere ohne Lobby aufgenommen wurde, hab ich ihn wieder von der Pfanne springen lassen. Und so fettig sieht der richtig sexy aus. Schade, dass die Königinnen so aggressiv sind.

  5. creativesideburner1 replied:

    Schon blöd aus anderen Quellen die Kommentare rauskopieren zu müssen, nur weil die eigene Leserschaft (hier etwas passendes einsetzen) ist.

    Was haben wir denn diesmal. Nochmal Welt.de und zwar von Ruhig Blut:
    „So wie auf dem Foto stelle ich mir „uns Angela“ vor, wenn die Kamera kurz nach dem Aufstehen klickt.
    Ihr Lebensabschnittsbegleiter muss auch schmerzunempfindlich und hart im Nehmen sein.“

    Dazu fällt mir jetzt nichts mehr ein, was die Situation nicht noch peinlicher gestalten würde.

  6. creativesideburner2 replied:

    Angela wäre dann aber die aggressive Königin oder? Wobei, so richtig fruchtbar sieht die nicht aus.

  7. creativesideburner2 replied:

    Habe mir gerade noch mal das Bild angeschaut. Sorry, aber dieser Mull sieht viel zu fröhlich für die Angela aus! Der hat eher was von Sarkozy.
    Ich frage mich ob Carla Bruni Nacktmulle mag.

  8. creativesideburner1 replied:

    Und dazu hab ich auch ne Schlagzeile parat. Ohne zu googeln! Mann bin ich toll. Schau mal hier: http://www.123recht.net/Bruni-spendet-Schadenersatz-Zahlungen-an-Hilfsorganisation__a28092.html

    60000 und 1 Euro Schadenersatz. Hört hört.

    „60.001 Euro Schadensersatz.

    Das französische Präsidentenpaar Nicolas Sarkozy und Carla Bruni hat im Rechtsstreit gegen die irische Fluggesellschaft Ryanair Schadensersatz zugesprochen bekommen. Bruni waren auf einem Plakat die Worte „Mit Ryanair kann meine ganze Familie zur Hochzeit kommen“ in den Mund gelegt worden.

    Ein Pariser Gericht verurteilte Ryanair zu 60.000 Euro Schadenersatz, da ohne Einverständnis mit dem Bild des Paares geworben wurde. An Sarkozy muss die Fluggesellschaft einen symbolischen Euro zahlen. Bruni hatte als früheres Topmodel und Sängerin einen Vermögenseinbuße durch die ungenehmigte Werbeanzeige geltend gemacht. Sie steht derzeit beim italienischen Autobauer Lancia unter Vertrag und hatte Ryanair auf 500.000 Euro Schadensersatz verklagt. Die Schadenersatz-Zahlungen will das Model nun an eine Wohltätigkeitsorganisation spenden.“

    Immerhin spendet sie das. Das sollte mal Mode werden.

  9. creativesideburner2 replied:

    Höhö, „Ein Pariser“, höhö. ‚Tschuldigung, ernsthaft jetzt:
    Naja, Spenden ist toll, nur muss man bei der Auswahl der Organisation aufpassen (siehe Unicef). Um beim Thema zu bleiben, wie wäre es mit einer Organisation zur Rettung der Nacktmulle? Okay, die sind nicht wirklich bedroht aber das liesse sich doch ändern (paar mehr Schmerztests u.ä.).

    Kann es eigentlich sein, dass meine beiden Beiträge uns in ein neues Besuchertief gezogen haben? Oder war einfach Deine Fasching/Faschisten-Überschrift brillant gewählt?

  10. creativesideburner1 replied:

    Frag Dich lieber, wo wir wären, wenn es diese tollen Beiträge nicht gäbe…

    Einfach weitermachen. Bald haben wir 500 Besucher gehabt!
    Nur mit den Feeds sieht es nur so mittelgut aus. 2 Feeds: Einer Du einer ich. Dass kann doch nicht stimmen. Ich kenne Menschen, die das auch im Feed haben. Vielleicht noch den alten Feed? Oder was? Egal, es geht ja um die Lust an der Freude und Prokrastinieren auf hohem Niveau.

  11. creativesideburner2 replied:

    Vielleicht kennst Du Menschen, die das im Feed HATTEN? Wie auch immer, ans Aufhören hatte ich eh nicht gedacht,habe schon wieder ein paar Themenideen, die alle unsere Abonnenten interessieren dürften.

  12. creativesideburner1 replied:

    Ach meinst Du, die würden uns das antuen? Wer kann schon von sich behaupten, ich war live mit dabei, als diese Kotelettengeschichte ganz groß rauskam? Doch nicht nur wir😉 DAS GANZE INTERNET KANN THEORETISCH DABEI SEIN. Auch wenn deutschsprachige Nutzer momentan noch etwas im Vorteil sind. Ein paar internationale Sachen gibt’s aber auch. Und das ist ja auch erst der Anfang. YOUTUBE wir kommen! (bald mal)

  13. andreschneider replied:

    Ich finde die Viecher ja ausgesprochen mumpfig.🙂 Die Zähnchen sind schon ein Hammer.😀 Wieder ein Beweis dafür, dass Gott Humor hat.

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