Tiere mit Lobby: Der Fall der sechs verliebten Pinguine

koenigspinguine.jpg„Homo-Aktivisten setzen sich für perverse Pinguine ein“ – ja was ist denn das für eine Schlagzeile? Und schon sind wir mittendrin in einem Fall, der für weltweites Aufsehen sorgte. Doch beginnen wir ganz von vorne:
Es waren einmal 6 Pinguine im Bremerhavener Zoo. Sie lebten glücklich und zufrieden in ihrem Gehege und störten sich nicht daran, dass sie alle männlich waren. Heute.de schrieb

„sie schnäbeln und kuscheln einfach untereinander und beglücken ihren Angebeteten immer wieder mit liebevollen Aufmerksamkeiten – mal gibt’s ein Stöckchen, dann wieder ein Steinchen.“ Tatsächlich begannen die Pinguine mit dem Nestbau und paarten sich. „Normalerweise ist das Weibchen bei der Paarung unten und das Männchen oben. Wir haben beobachtet, dass bei unseren Pinguinen mal der eine, mal der andere oben war. Das war ein erstes Indiz dafür, dass sie homosexuell sind“, erzählt Zoo-Direktorin Heike Kück.

Da sie keine Eier legen können, schleppen die Pinguinmänner Steine in ihre Nester und setzen sich darauf. Was will die Natur uns damit sagen? Zumindest eines: Tiere gehören nicht in Gefangenschaft. Oder lag es nur an mangelnden Alternativen. Die sollten mit extra eingeführten schwedischen Pinguinweibchen geschaffen werden. Das Vorhaben sorgte für weitere Schlagzeilen:
BREMERHAVEN (dpa). Ein geplanter Sex-Test mit sechs „schwulen“ Pinguinen in Bremerhaven hat weltweite Aufmerksamkeit, aber auch wütende Proteste von Homosexuellen ausgelöst.

Verständlich, dass es hier auch um die Belange der homosexuellen Menschen geht und man(n) sich solidarisiert. Energisch fordern die Gruppen auch für schwule Pinguine das Recht auf unbeeinflusste Paarbildung und drohen mit Protesten. Die Zoodirektorin versuchte die Lage zu beruhigen:

„Dabei will hier niemand mit Gewalt gleichgeschlechtige Paare trennen. Falls es nicht klappt, muss man das akzeptieren: Wenn sie schwul sind, sind sie schwul.“

Und das ist auch gut so. Tatsächlich hatte es mit den Pinguin-Damen nicht ganz so geklappt wie erhofft. Experten hätten beobachtet, dass sich homosexuelle Paare in der Tierwelt in der Regel nicht auseinander bringen lassen. Da brat mir einer nen Storch (da gibt’s das ja auch gerne mal). Dabei sind Humboldt-Pinguine doch vom Aussterben bedroht. Die Lage spitzt sich zu. Selbst professionelle Pinguinweibchen mit Bruterfahrung konnten nichts richten. Die Pinguin-Partnerbörse war ein totaler Reinfall. Die Männer straften die schönen Skandinavierinnen mit Desinteresse ab und liebkosten lieber ihre vertrauten Gefährten.

Der Forscher Bruce Bagemihl untersuchte Homosexualität unter Tieren und beobachtete sie bei 450 Tierarten. Da sei meistens nichts zu machen. Er hat an dem Thema Homosexualität auch ein persönliches Interesse, aber das nur am Rande.

Ich weiß gar nicht, wie die Geschichte mit den lieben Pinguinen ausgegangen ist, aber wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute glücklich und zufrieden in ihren Nestern mit den Steineiern und träumen nachts von Langschwanzpinguinen.

März 12, 2008. Schlagwörter: , , , . Allet, Medien.

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