Tiere ohne Lobby… und hässlich noch dazu Teil 3

Diesmal soll ein Affe Objekt der Betrachtung sein.

Was? Ein Affe? Was hat denn ein Primat bei Tieren ohne Lobby zu suchen? Stimmt schon, eigentlich ist es toll ein Affe zu sein. Eine Art aus ihrer Ordnung „beherrscht“ derzeit die Welt und diese dreht sogar Filme in denen andere Primatenarten sie in ihrer Herrschaft beerben und Charlton Heston zur Verzweiflung treiben. Da war aber kein Vertreter der Spezies dabei, die wir heute betrachten.
Eigentlich fängt alles gut an: Er gehört zur Familie der Meerkatzenverwandten. Und Meerkatzen sind elegant und niedlich und kommen in jedem Piratenfilm vor. Ist doch toll. Weiterhin wird er der Untergruppe der Schlankaffen zugerechnet. Na also, was soll noch passieren?
Ein erster Moment des Misstrauens würde den, des Lesens mächtigen, Affen überkommen, wenn er seinen Gattungsnamen liest: Nasalis.

Nasenaffe (Nasalis larvatus)

Nasenaffe? Nasenaffe?! Wer ist denn für diese subtile Meisterleistung der Namensgebung verantwortlich? Erstaunlicherweise ein Botaniker namens Friedrich von Wurmb ( die Behauptung er hätte nach einer neuen Art Kartoffeln gesucht ist jedoch eine bösartige Unterstellung). Die englische Bezeichnung „proboscis monkey“ (Rüsselaffe) ist sogar noch freundlicher. Der Nasenaffe kommt ausschließlich auf Borneo vor. Er lebt hier in Gruppen von 10 bis 30 Tieren in Mangrovenwäldern nahe Süßwasserquellen. Die Tiere erreichen eine Schwanzrumpflänge von etwa 70 Zentimetern, der Schwanz ist noch einmal ebenso lang. Die Nasenaffen gelten als die besten Schwimmer unter den Primaten.

Nur die Männchen besitzen die namensgebenden, extremen Akren. Man weiß nicht welchem Zweck sie dienen. Der Gedanke, die Größe der Nase erhöhe die sexuelle Attraktivität des Männchens, ist bislang nicht akzeptiert (ich kann erkennen warum nicht…). Die Initiative zur Begattung geht jedenfalls von den Weibchen aus. Wenig überraschend, die Männchen sitzen vermutlich auf einem Ast und halten sich eine Zeitung vors Gesicht.

Neben den erwähnten deutschen und englischen Namen, haben die Indonesier eigene Namen für die Affen: der Offizielle lautet „Bangatan“. Weitaus unterhaltsamer ist aber der Spitzname „Orang Belanda“, das indonesische Wort für „Holländer“. Ein schöner Hinweis dafür, wie sehr Kolonien die eigene Beliebtheit bei den indigenen Völkern fördern.

Schönheit liegt aber natürlich im Auge des Betrachters. So hat der britische Naturforscher Hugh Low ihn 1848 sehr liebevoll beschrieben: „Ein herrlicher Affe, der in der Größe dem Orang Utan nahe kommt, allerdings in seiner Erscheinung deutlich weniger abstoßend ist.“

Der Nasenaffe benötigt heute allerdings mehr denn je eine Lobby. Die IUCN hat ihn als „stark gefährdet“ auf die Rote Liste gesetzt. Je nach Quelle existieren nur noch zwischen 3000 und 7000 Tiere auf Borneo. Versuche den Affen anderswo oder in Zoos anzusiedeln sind gescheitert. Brandrodung für Palmölplantagen vernichtet seinen Lebensraum und die Tiere werden, trotz Verbotes, weiterhin gejagt (nicht das ich der Meinung wäre, irgendein ausgestopfter Tierkopf würde ein Zimmer verschönern, aber wer will denn dieses Gesicht über dem Kamin??).

Ich möchte also jeden, der diesen Beitrag gelesen hat bitten auf www.proboscismonkey.org die Petition zu unterschreiben

http://www.proboscismonkey.org/ sehr informative Seite zum Thema und Möglichkeiten den Affen zu helfen.

http://www.arkive.org/species/GES/mammals/Nasalis_larvatus/ zahlreiche Filme und Bilder zum Thema

April 14, 2008. Schlagwörter: , , , , . Allet, Tiere ohne Lobby.

One Comment

  1. creativesideburner1 replied:

    Das Ganze hat so einen gewissen ernsten Nachgeschmack. Gleich mal alle Petitionen für alle bedrohten Tiere und Menschen auf dieser Welt unterschreiben. Wenn es dafür eine EIN-KLICK-LÖSUNG gäbe, wäre die Welt gleich viel besser!

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